Social Media Week: “You tweetin’ to me?”

Das Beste kommt zum Schluss: Abschluss der Social Media Week Hamburg bildete für viele nicht die offizielle Abendveranstaltung mit Stargast Alexander Marcus, sondern Prof. Dr. Bernard Batinic. Wir sind uns definitiv sicher: der Unterhaltungsfaktor unserer Veranstaltung war um Pi größer als Papaya und der Hawaii Toast Song zusammen.

Batinic ist Professor für Psychologie und Leiter des Instituts für Psychologie der Uni Linz, sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den “Neuen Medien”. Zusammen mit unserer Strategin Katrin Hesse führte Batinic durch den Abend, der mit “Zeig mir deine Tweets und ich sage dir, wer du bist!” betitelt war.

Das Erlernen eines neuen Onlinetools wie Twitter, ist wie das kindliche Kennenlernen eines neuen Spielzeugs durch folgende Phasen gekennzeichnet: Ausprobieren, Fehler machen, durch Fehler lernen und schließlich zum ungekrönten “King Of The New Toy” zu werden. Und auch eine weitere Parallele lässt sich feststellen: Nach einer anfänglichen exzessiven Phase normalisiert sich die Nutzungsdauer schließlich – oder man schmeißt das neue digitale Spielzeug in die wollmäusigen Internet-Ecken.

Durch witzige Sprüche etwa zum Flirten 2.0 (“Willst du meinen Login haben?”) oder dem richtigen Geschlecht in Heimwerkerforen (“Geben Sie sich stets als Frau aus!”) lockerte der renommierte Psychologe neben der ohnehin schon humorvollen Twitterer-Persönlichkeitsanalyse auch mit frechen Aussagen die freitagabendliche Atmosphäre weiter auf.

Mit dem passenden Augenzwinkern waren nach anderthalb Stunden diverse Twitterer von fern und nah unter die Lupe genommen. Allerdings nicht wie Ameisen, die eigenständig ins Verderben zwischen Boden, Lupe und Sonnenstrahl rennen – unser Psychologe war ziemlich lieb zu ihnen. Einem attestierte er lediglich an der ein oder anderen Stelle eine Seriositätsdiskrepanz von Online- und Realidentität sowie eine Herzcheninflation.

Falsche Identitäten werden Prof. Batinic nach immer nur zeitweise genutzt, da es zu schwierig ist, diese auf Dauer zu spielen. Besonders hervorzuheben ist: Sogar konstruierte Persönlichkeiten geben Einblicke in die Gefühle und Bedürfnisse der real existierenden Person.

Auch Altonas älteste Kneipenbesitzerin, die über 80-jährige Erna, konnte sich über das Social Web freuen: In Kooperation mit “Bei Erna” gab es Bier und Wein.

Newest Shit: Check-Ins am lebenden und teils sehr rasch bewegenden Objekt. Jeder, der unseren Hamburger Bürowuff Napoleon streichelte, konnte am gleichnamigen Check-in auf Foursquare (Kategorie: Hundewiese) digital sein Revier markieren. Ganz ruhig verfolgte Klein-Nappo, ein Pikinesen-Chihuahua-Mischling, unseren Medienpsychologen.

Ein gelungener Abend, wie auch unter dem Hashtag #smwtlgg nachzuverfolgen ist. Unsere Wände auf der Toilette (passend unter dem Stichwort “Klowände des Internets”) nutzten einige Teilnehmer, um “Danke” zu sagen. Oder Ottifanten zu malen.

Kommentieren