Deine Mutter transformiert digital: Eltern bei TLGG

Der Wunsch nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist so alt wie Familie und Beruf selbst und macht auch vor der Kreativ-Wirtschaft nicht halt. Diskutiert wird viel, aber bei vielen Müttern und Vätern sitzen Arbeit und Familie noch immer auf der Wippe. Bei TLGG versuchen wir, das Kind zu schaukeln.

Jana Stecher, Head of Project Management und Mutter zweier Kinder, sitzt am Schreibtisch und prüft ein Reporting. Auf ihrem Schoß ihr neun Monate alter Sohn, brav und mit großen Augen: Büroalltag ist spannend und er ist das schon gewohnt. Seit der Kleine acht Wochen alt ist, ist er einmal die Woche mit Mama bei TLGG und erfreut Kollegen mit Babygeräuschen. 2009 sah das Ganze noch anders aus.

Jana damals noch in einer anderen Agentur. Nicht Mutter. Und Projektmanagerin einer der ersten Social-Media-Kampagnen Deutschlands, richtig alte Schule mit StudiVZ. Das brachte ihr eine Einladung als Speakerin zum Social Media Club in Hamburg ein. Kurz darauf war sie selbst eine der drei Gründer des Berliner SMC-Ablegers.

„Als ich noch keine Kinder hatte, ganz ehrlich: ich habe mir den Alltag mit Kindern nicht so anstrengend vorgestellt.“

Eltern bei TLGG_Spielzeug

Wenig später war ihr erster Sohn unterwegs. Und nach der Rückkehr aus der einjährigen Elternzeit war sie mit einer Agentur konfrontiert, die damals noch nicht auf flexible Arbeitszeiten für Eltern eingestellt war und es Müttern somit unmöglich machte, in Vollzeit zu arbeiten.

„Die digitale Branche ist, was Gleichberechtigung anbelangt, sehr weit – solange die Frau kinderlos ist. Bei der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf muss noch einiges getan werden.“

Mangelndes Verständnis und auch der Wunsch nach größeren inhaltlichen Herausforderungen brachten sie dazu, schon zwei Wochen nach dem Wiedereinstieg zu kündigen und das gewohnte Arbeitsumfeld zu verlassen. Im Januar 2012 kam sie zu TLGG.

Sie erinnert sich noch an das erste Kennenlerngespräch mit Christoph, der damals über den Mangel an Unterstützung sehr überrascht war: „Mütter sind doch so effizient und organisiert!“

Effizienz entsteht für Jana ganz automatisch: „Wenn man morgens ins Büro kommt, hat man eigentlich schon einen halben Tag hinter sich. Anziehen, frühstücken, das große Kind zur Kita bringen. Wer da nicht plant und gut organisiert, verliert dabei zu viel Energie.“

Mittlerweile ist der zweite Sohn da und Jana, ihr Mann und die Agentur sind ein eingespieltes Team geworden. „Wenn die Voraussetzungen für Mitarbeiter mit Kindern stimmen, dann macht Arbeit auch Spaß, egal wie viel es ist. Dann bietet der Beruf einen Ausgleich zur Familie und wird nicht zur zusätzlichen Belastung.“

Eltern bei TLGG_Lias

Auch Krisen verlieren ihren Schrecken. Seit sie Kinder hat, könne sie viel souveräner mit schwierigen Situationen im Job umgehen, so Jana. Krisen im Projekt machen sogar Spaß: „Das gibt Nervenkitzel. Ich mag es, wenn etwas Großes, Komplexes vom Kunden kommt und niemand weiß, wie wir das hinkriegen.“ Wenn es schwierig wird, fühlt sie sich gefordert:„Projektmanagement ist wie ein Tanz. Es gibt Vorlagen für die Abfolge eines Projektes. Aber der Rhythmus eines Projekts ändert sich mitunter sehr schnell. Dann musst du in der Lage sein, zu verändern, dir etwas einfallen lassen und zu improvisieren. Und im Idealfall kommt dabei ein ganz neuer Tanz heraus.“

Dabei ist Flexibilität gefragt. Das war nicht immer einfach; neben dem äußeren Druck kommt der dazu, den man sich selbst macht. „Es ist wichtig, Vereinbarkeit zu leben, die selbst in Agenturen oft noch gelebte Präsenzpflicht abzulegen. Regelmäßig pünktlich zu gehen, um das Kind von der Kita abzuholen.“ Die besten Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen nichts, wenn Mann und Frau sie nicht ausschöpfen.

Mittlerweile gibt es viele Eltern in der Agentur, die den Spagat zwischen Job und Familie, sehr gut meistern können. Die erste Zeit ist zwar oft hart, aber dennoch lohnt es sich auch in dieser Zeit, die eigene Komfortzone zu verlassen, sollte man mit den Bedingungen im Job nicht zufrieden sein.

„Es ist es wichtig, auch mal was zu wagen, auszuprobieren. Und das steckt ja in unserer Philosophie als Agentur. TLGG wäre nicht TLGG, wenn man sich nicht auch mal selbst in Frage stellt. Wenn man nicht mal was Neues macht.“