Analoge Helden für die digitale Welt – Unsere Newbies

„Sag mir dein Lieblingsspiel und ich sage dir, wer du bist“ – alter Satz von HR-Managern rund um die Welt und quer durch die Epochen.  Auch uns fällt kaum eine bessere Methode ein, unsere Neuzugänge der Welt vorzustellen. Hier sind sie also: analoge Helden für die digitale Welt.

Kay -„Ich sehe Dunkles voraus! Oh, ich hab die Kapuze unten!“

Begonnen hat alles mal mit Tetris und einem Klempner, der unter Einfluss von Pilzen auf Schildkröten springt. Mein aktuelles Lieblingsspiel ist „Life is Strange“.

Schaut man auf die deutsche Gaming-Industrie, wundert man sich ein wenig, wie klein diese noch im Vergleich zu ihren amerikanischen und asiatischen Kollegen ist. Dennoch gibt es im Zuge des Startup-Booms der letzten Jahre auch viele neue Firmen, die den Traum bzw. das Risiko des eigenen Spiels leben.

Gerade die kleinen Mitstreiter machen den Markt interessant, da viele innovative Ideen umgesetzt werden, die sich die großen Firmen mit den Millionen-Budgets nicht trauen. Die sind teils sogar so risikoresistent, dass sie, wie im Falle von Sony, Spieleproduktionen crowdfunden lassen.

Bianca -„Wir haben nicht genügend Holz, Mylord!“

Ich spiele aus nostalgischen Gründen ganz gern Games aus der Jugend, wie z.B. Tekken II oder III. Neben meinem Bett liegt ein Gameboy mit Pokémon und ab und an spiele ich gern Strategiespiele aus meiner Teenagerzeit, wie Stronghold (aus diesem Spiel kann man super zitieren!), AOE oder Age of Mythology. Dann gibt es noch The Daily Set Puzzle. Das hat mir vor Jahren mein kauziger Mathenachhilfelehrer gezeigt.

Was ich mir von der Gamingindustrie wünschen würde, sind Spiele, in denen Frauen mehr sind als Nebenrollen und Brüste. Außerdem bin ich schon ganz gespannt auf Pokémon GO, wo die reale Welt in das Spiel mit einbezogen wird. Sowas finde ich aufregend.

Constantin – „Use remote control with crystal“

Mein Lieblingsspiel ist Zak McKracken aus den 80ern. Die Handlung des Spiels verwendet in geschickter Weise verschiedene populärwissenschaftliche, vermeintliche Rätsel der Menschheitsgeschichte. Neben dem großen Kapitel Prä-Astronautik, das den Rahmen für die Geschichte bildet, werden u. a. auch die Hochkultur der Inka, das Rätsel der Pyramiden und der Sphinx, die ungeklärte Funktion von Stonehenge, das Mysterium des Bermudadreiecks und das Marsgesicht behandelt.

Meine ganze Grundschulklasse spielte ZakMcKracken in der Freizeit. Wenn wir einmal nicht weiterkamen, schrie einer: Eichhörnchen mit Seil! Benutze Eichhörnchen mit Seil!! So habe ich abstrakt zu denken gelernt.

Ich glaube, dass die Gaming Industrie weiterhin schnell wachsen wird. Schaut man sich in der Berliner Game-Startup-Szene genauer um, wird schnell klar: Optimismus lässt sich hier eben auch in Quadratmetern ausdrücken.

Sabrina –„It’s a-me, Mario!“

Mein erstes Lieblingsspiel war definitiv Super Mario Bros auf dem Nintendo NES. Ich liebe noch immer die ganzen animierten Geräusche. Danach kam ein MS-DOS-Game: „Das Erbe“. Das habe ich auf meinem ersten PC rauf und runter gespielt, weil ich Rätsellösen sehr mochte. Als ich irgendwann auf den Trichter kam, dass man Spiele manipulieren kann oder es genügend Lösungen im Internet gibt, hat das Interesse abgenommen.

Heute bin ich immer noch fasziniert, welcher Aufwand in die Entwicklung der Spieleindustrie gesteckt wird. Inzwischen werden sogar bekannte Synchronsprecher aus Film und Fernsehen oder professionelle Autoren für die Hintergrundgeschichte engagiert. Viele der Spiele erzählen so tolle und komplexe Geschichten – hier können einige Hollywood-Filme fast nicht mithalten. Wenn man dann darauf schaut, wie viele Jahre der Entwicklung hinter diesen Spielen stehen und was für riesige Teams daran arbeiten, wundert es mich nicht, dass die Spieleindustrie zu einer Milliardenindustrie herangewachsen ist.

Florian – „I’m Seth. Just Seth. From God, to Kane, to Seth.“

Command and Conquer. Viel mehr gibt meine kleine Gamerwelt leider nicht her. Aber es ist ja nie zu spät um nochmal anzufangen. Tatsächlich habe ich nie eine Konsole besessen und wirklich gezockt. Dazu hat es mich immer zu sehr raus getrieben.

Trotzdem ist diese Szene – die mittlerweile gar keine Szene mehr ist – extrem spannend. Es gibt eSportler, die Weltmeisterschaften spielen. Tatsächlich nehmen sich viele an der Gaming-Branche ein Beispiel. Monetarisierungsmodelle oder technologische Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel Virtual Reality werden immer wichtiger, auch im pädagogischen Bereich.

Larissa – „Thank you Mario! But our princess is in another castle!”

„Gamer“, im puren Sinn des Wortes, war ich nie. Ich war immer für etwas Ruhiges wie Brain Dots. Tatsächlich war ich als Kind eher von Game-Designs und Konfigurationsmöglichkeiten als dem tatsächlichen Game-Inhalt angetan, und habe, wenn ich doch selber gespielt habe, lieber Grenzen der virtuellen Welten getestet, als dem eigentlichen Game-Ziel nachzugehen. Nichtsdestotrotz – oder infolgedessen – faszinieren mich vor allem Gaming-Mechaniken und die Übertragung dieser auf andere Kontexte. Sei es in Lern- oder Kreativprozessen, für Storytelling- oder Engagement-Mechaniken.

Gamification halte ich für ein hochspannendes Konzept, das neue Möglichkeiten eröffnet und in allen (Misch-)Formen von Realität und Virtualität Anwendung finden kann. Ein innovatives Beispiel stellt Sweden’s Safest Hands Challenge als Teil einer Image-Kampagne der schwedischen Post dar. Hier wurden Nutzer per App dazu aufgefordert, virtuelle Päckchen an reale Orte zu liefern. Wer als Schnellster ankam ohne die Balance zu verlieren, gewann den realen Inhalt des Päckchens. Auf diese Weise kommunizierte und stärkte die schwedische Post ihre Werte von Sicherheit und Schnelligkeit durch spielerische Interaktion mit und zwischen ihren Nutzern. Das ist nur eines von vielen Beispielen.

Ralf – „Aaaghhhh“

Ich war Skateboarder, deshalb habe ich mit Leidenschaft „Tony Hawk’s Pro Skater“ gespielt. Da konnte man all die Tricks machen, für die das Talent in echt nie gereicht hat. Außerdem habe ich nächtelang „Tiger Woods PGA Tour“ gespielt und auf den schönsten Plätzen der Welt die Bälle den Fairway runtergedroschen.

Seit das Netz entgrenzt ist und der Zugang mobil, sind Onlinespiele die Zukunft. Die erfolgreichsten Ideen sind meist die simpelsten, sie treffen den Massengeschmack. „Angry Birds“ ist hier ein gutes Beispiel. Alles in allem bleiben Computerspiele aber Kulturgut.

 

Wir heißen unsere neuen analogen Helden willkommen. Wenn auch ihr Helden in unserem Spiel werden wollt, dann schaut doch hier vorbei.