Raus aus Berlin – Wohin, wenn der Berliner Sommer nervt?

Wir lieben Berlin. Wir lieben Berlin vor allem im Sommer. Die Stadt erwacht, dreht die Musik auf, stürmt mit Grillgut in die Grünanlagen und ist gefühlt doppelt so voll wie in den Wintermonaten. Doch was tun, wenn das bunte Treiben der Hauptstadt mal wieder zu viel wird? Wenn Beats hier und Holzkohleschwaden dort, Touristenschwärme überall und lauter seltsame Leute in unseren Biergärten einfach nicht die ersehnte Erholung bieten?

Hier sind sechs Neue bei TLGG, die wissen, wo es hingeht. Sie haben ihre besten Ausflugsziele mit uns geteilt. Apfelbäume in Brandenburg, Spuren der Geschichte im Grunewald, Seemannsträume am Badesee – nur gute Tipps für die nächste Pause von Berlin. Um Berlin rum und in Berlin selbst. Denn, siehe oben: Wir lieben’s ja doch!

Jasmin: Fahrrad-Tour zur Bornimer Apfelbaum-Wiese

Pack die Radlerhose ein, nimm dein kleines Schwesterlein oder irgendwen anderen, der/die toll ist und auf ins schöne Brandenburg!

Die Bornimer Apfelbaum-Wiese lädt zum Spazieren, Schnuppern, Naschen und Verweilen ein. Die Lindenallee zwischen Marquart und Postdam kann man wunderbar singend entlang radeln und auf den weiten Wiesen ein herrliches Picknickerchen einlegen. Komoot hat dazu mehrere Fahrradtouren von leicht bis schwer ins Netz gestellt. Auf dem Weg passiert ihr den schönen Persiusturm und Neumanns Hofladen wo täglich frisch Geerntetes angeboten wird. Tipp: Der Apfelsaft rockt und auch das Steinofenbrot, das jedes Wochenende im Holzofen – mit Schnittholz aus den Obstbäumen beheizt – bäckt, ist nicht zu verachten.

Matthias: Das Wichtigste zuerst – ein Rennrad

Denn damit können auch die entsprechenden Kilometer zurückgelegt werden (und die Berliner Flachebene erlaubt die Illusion, dass man tatsächlich richtig was geschafft hat). Und dann gibt’s eigentlich alle Varianten: Von der Ganztages-Tour um Berlin herum (meine letzte Entdeckung: Der Mühlensee bei Oberkrämer im Nordwesten, mit vielen Stegen, die übers Wasser gehen) bis hin zur gemütlichen Feierabendrunde durch die nahen und entlegenen Berliner Viertel. Wobei Letzteres dann doch deutlich häufiger vorkommt. Aber schließlich gilt der alte Eddy Merckx-Spruch: “Ride as much or as little, as long or as short as you feel. But ride”.

Franziska: Wieso eigentlich raus aus Berlin?

Bei einer Stadt mit so viel Wasser heißt es für mich, sobald die Sonne scheint, immer rauf aufs Wasser und über die Havel, die Spree oder die diversen Kanäle geschippert. Kann ich nur empfehlen. Ist wie ein schwimmender Schrebergarten – nur schöner. Wenn man kein eigenes Boot hat, kann man inzwischen fast überall Boote oder Flößer mieten und sich gemütlich durch die wunderschönen Wasserwege Berlins treiben lassen. Hier gibt es richtig viel zu entdecken, sei es „Klein Venedig“ mit seinen pittoresken Kanälchen im Süden oder den Wannsee im Westen. Anker gelichtet und ab.

Adam: Wenn ich groß bin, werde ich Fährmann

So wie der alte Fährmann vom Liepnitzsee.

Der Liepnitzsee ist mein Lieblingssee. Er liegt östlich von Berlin bei Wandlitz, schön tief im Wald. Das Wasser ist sauber und türkis und mitten im See gibt es diese kleine Insel. Auf einem sandigen Hügel sonnen sich alte DDR-Camper neben jungen tätowierten Brandenburgern und internationalem Hipstervolk. Jahrzehntelang hat der alte Fährmann von morgens zehn bis eine Stunde vor Sonnenuntergang auf einem Fährschriff namens Frieda das bunte Badevolk zwischen Festland und Insel hin- und hergeschippert. Das war sein Job. Als er in Rente ging stand sein Haus, „das letzte Haus vorm Liepnitzsee“, zum Verkauf – und eine Bekannte von mir hat zugeschlagen. Zu dem Grundstück gehört eine Datsche, die sie vermieten.

Wer mich an einem sonnigen Sonntag sucht, findet mich dort. Von einem Leben als Fährmann träumend.

Vielleicht tätowiere ich mir schon mal einen Anker.

Tobias: Ab zum Teufelsberg

Der Berg entstand nach dem zweiten Weltkrieg durch die Anhäufung von Trümmerschutt und wurde später in den 1950er Jahren von der US-Armee als Standort für eine Abhöranlage genutzt. Inzwischen werden stündlich Führungen durch die alten Ruinen der Abhöranlage angeboten, welche einen tollen Einblick in die damalige Zeit und einen tollen Ausblick über Berlin bieten. So lässt sich ein Ausflug ins Grüne mit einem unverwechselbaren Panorama verbinden.

Marie: Sonntags – Schlemmen und Karaoke im Prenzlberg

Für mich beginnt ein Sonntag mit einem ausgiebigen Brunch im Café Krone. Während ich genüsslich das Hakuna-Matata-Sandwich (Achtung Geheimtipp!!) verzehre, lasse ich mich von den Sonnenstrahlen aufwecken. Danach geht es in den nahegelegenen Mauerpark, wo man picknickt, das ein oder andere Flohmarkt-Schnäppchen ergattert oder sich selbstverständlich zur Karaoke-Bühne bewegt. Hier versammelt sich Groß und Klein, um sich von den mehr oder weniger talentierten Sängern entertainen zu lassen. Von „I like big butts“ bis zu „Frozen“ ist alles im Repertoire und ein lustiger Nachmittag vorprogrammiert. Krönender Abschluss ist natürlich der Steckerlfisch, ohne den man den Mauerpark nicht verlassen darf!

Ihr kennt selbst die heißesten Geheimtipps, die neusten digitalen Trends, die besten Strategien? Lasst es uns wissen.