Macht doch einen Hackathon…

Hallo Hacker-Freunde,

Vor etwas mehr als 6 Monaten kam eine Handvoll einsamer digitaler Wölfe mit einer Idee auf mich zu. Sie wollten den ersten Hackathon Deutschlands organisieren, der sich ausschließlich mit dem beschäftigt, was wir als die Zukunft der Kommunikation sehen: Chatbots.

Hej Bothack.Berlin!

Ja, genau: Chatbots. Ein Thema, zu dem gerade jeder eine Meinung zu haben scheint. Anstatt der immer gleichen philosophierenden Routine zu folgen – diese unendliche Schleife, die die meisten Unternehmen in ihrem Innovationspotenzial hemmt – wollten wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen und gestalten.

Also haben wir die digitale Creme de la Creme Berlins gemeinsam mit führenden Experten aus dem Bereich Chatbots und einige mutige, vorwärtsdenkende Unternehmen, einschließlich Telefónica, ING-DiBa, Microsoft, IBM und Amazon (sowie mehr als 20 Partner), eingeladen, uns bei der Herausforderung zu unterstützen. Denn es stand uns keine geringere Herausforderung bevor, als die „Zukunft der Kommunikation zu hacken“.

Ehrlich gesagt, wusste ich damals nicht was mir bevorstand und so ging es uns allen: endlose Wochenenden und Nachtschichten in der Agentur. Doch angesichts des Maßstabes, den wir mit dem Event gesetzt haben, sind sie schon beinahe wieder vergessen:

  • 48 Stunden Hack
  • 24 Stunden Codierung
  • 100 + Teilnehmer
  • 20 + Partner
  • 20 + Teams
  • 17 mutige Ideen

arbeiten

Warum Chatbots die Zukunft der Kommunikation sind und warum nichts mehr so sein wird wie es war – schon wieder!

Über Chatbots wurde bereits viel geschrieben und ich möchte an dieser Stelle auch nicht zu Wiederholungen ansetzen. Es ist unbestreitbar, dass Dialog-Interfaces wie Messaging-Dienste und Sprachsteuerung – gepaart mit der heutigen Konkurrenz um das einzig wahre Kunden-Interface – die Art und Weise wie wir mit Unternehmen und Marken kommunizieren verändern werden. Chris Messina von Uber hat einen großartigen Artikel dazu geschrieben, warum Chatbots eine Revolution sind.

Die zugrunde liegende Technologie ist neben NLP (Natural Language Processing), künstliche Intelligenz oder – zumindest wie wir es heute erleben – eine Abstufung derselben. Künstliche Intelligenz ermöglicht wahrhaft personalisierte Kommunikation – etwas, dem insbesondere Agenturen und Marken während der vergangenen 10 Jahre nachjagten wie einem Fabelwesen. Sie wird uns endlich erlauben, in einen 1:1 Dialog mit dem Nutzer zu treten. Nicht nur im Kontext der Spracherkennung, sondern in jedem Bereich digitaler Interaktion. Mehr dazu in Jan Rezabs Artikel auf LinkedIn.

draussen

Was Hackathons mit Corporate Innovation zu tun haben und warum wir uns damit beschäftigen sollten

Wann immer wir uns mit neuen Herausforderungen konfrontiert sehen, gibt es die Tendenz in eine Schockstarre zu verfallen. Die menschliche Natur tendiert dazu, das Bestehende zu verteidigen, anstatt sich dem Wandel zu stellen und Neues zu entdecken. Wir sehen es jeden Tag um uns herum. Es ist genau diese Tendenz zum Verharren, die Unternehmen zurückhält, erfolgreich dem digitalen Zeitalter entgegen zu treten. Unfähig, neuen Trends zu begegnen, zu träge, um sich den Wandel zu Eigen zu machen und zurückgehalten durch starre Strukturen, sehen sich Unternehmen heute von den digitalen Pionieren, die den Markt von Morgen bestimmen werden, in den Schatten gestellt.

Sagt eure Silicon Valley Safari ab – Hackathons können euch alles wichtige über Organisationen und digitale Führung im 21. Jahrhundert beibringen:

Organizations are our only hope. They’re also completely broken. Let’s not settle for boring, ineffective, inhumane working lives. Right? Right. The Organization is Broken. – Clay Parker Jones

Interdisziplinarität:

Die Tage gefestigter Unternehmensstrukturen und dogmatischer Silos, die halfen alles zu erreichen, sind Vergangenheit. Sie sind schlicht vorbei. Stattdessen bilden wir fluide Teams, die jenseits von starren Hierarchien und Aufgabenbereichen ihre Arbeit als unabhängige Entitäten erfüllen.

arbeit

Bei Hackathons sind die Teamgrößen meistens limitiert: 2-5 Teilnehmer, keiner mehr! Wenn Teamplätze limitiert sind, triffst du deine Wahl sorgfältiger. Du nimmst nicht jeden in dein Team auf, sondern nur diejenigen, die einen wertvollen Beitrag zum Produkt leisten. Designer, Entwickler und Strategen formen kleine effektive Einheiten; auch ihre Rollen sind dabei fluide: Jedes Teammitglied arbeitet dort mit, wo es am meisten gebraucht wird, nicht nur in der Disziplin, für die es sich gemeldet hat.

Kollaboration:

Der Tod allen Meetings! Meetings, wie sie heute weit verbreitet sind, sind einer der Gründe der heutigen Lethargie in Unternehmen. Die Idee, eine Gruppe von Menschen in einem Raum zusammenzubringen, um darüber zu sprechen, was gemacht werden sollte, führt selten zu zielorientierten Lösungen. Es reicht höchstens zu einvernehmlicher Mittelmäßigkeit.

At IDEO we dislike these kinds of meetings too. So we found a simple but elegant solution, captured by my colleague Dennis Boyle, in a saying I call Boyle’s Law: “Never attend a meeting without a prototype”

Bei Hackathons existieren keine Meetings (im herkömmlichen Sinn). Warum? Sie sind schlicht überflüssig: Die Teams entwickeln gemeinsam ihre Ideen, implementieren sie augenblicklich und verfeinern sie. Entscheidungen beruhen auf Resultaten, nicht auf Annahmen. Wir glauben:

Teams sollten als lebendige Einheiten in einem konstanten Austausch mit ihrer Umgebung stehen. Insbesondere in einer Situation wie einem Hackathon hängt Erfolg maßgeblich davon ab, sich Wissen und Expertise von außen zu holen.

Selbstorganisation:

Überraschenderweise werden Teams eher von einem gemeinsamen Ziel, auf das sie sich einigen, angetrieben, als von einer Anordnung von oben. Werden diese Teams mit einer Herausforderung konfrontiert, entwickeln sie sich unabhängig Lösungen und folgen ihrer eigenen Dynamik, um ihr Ziel zu erreichen. Nicht nötig hier einzugreifen!

Beim Bothack.Berlin fanden mehr als 20 Teams spontan zusammen, je nach Challenge, eigener Motivation und der benötigten Rollen. Diese Teams entwickelten über 20 Ideen in weniger als 48 Stunden. Wenn du das nächste Mal den Chef spielen willst: Denke noch mal darüber nach.

robocop

Infrastruktur:

Entwickelt eine Infrastruktur, die das Ziel unterstützt, nicht Uniformität: Innovation braucht eine Plattform, die sich durch Transparenz, leicht zugängliche Informationen und dem unmittelbaren Zugriff auf Ressourcen definiert.

Es ist beeindruckend zu sehen, was passiert wenn mehr als 20 Teams in einer gemütlichen Umgebung zusammenkommen, wo ihnen all das zur Verfügung steht: Die Teams schreiten völlig selbstständig voran, im konstanten Austausch mit ihrer Umgebung.

Even in a self-organized, decentralized, collaborative, and high-trust future (in fact, especially in that future), people will need to navigate their organization. Data will need to flow transparently and fluidly across the network. Roles and projects will need to be created, filled, and disbanded with increasing frequency. – The Org Chart Is Dead, Clay Parker Jones

Und letztendlich: Nehmt euch selbst nicht zu ernst!

Die Angst zu scheitern ist es, die Menschen davon abhält, mutige Entscheidungen zu treffen: Aber genau das ist es, was wir heute mehr denn je brauchen. Anstatt also eine Kultur zu schaffen, die bis ins kleinste Detail durchstrukturiert ist und nach Perfektion strebt, brauchen wir eine Umgebung, die Raum für Experimente schafft und diese auch fördert. Wir glauben:

Bringt die besten Leute zusammen, stellt sie vor ein Problem, gebt ihnen Freiräume, Autonomie und die Infrastruktur, die sie brauchen: Sie werden die beste Lösung entwickeln. Ja, es ist wirklich so einfach!

Organisationen müssen heute als Plattformen verstanden werden, in denen jeder, der involviert ist, Wert schaffen kann: Die Plattformorganisation.

gewinner

An alle, die beim Bothack.Berlin dabei waren. Wir sind noch immer sprachlos! Ihr wart einfach wunderbar! Ohne euch, wäre das alles nicht möglich gewesen!

Zwei Worte: Danke Euch!

Euer, Bothack Berlin Team

(Aus dem Englischen übersetzt)