Online Marketing Rockstars – Zwischen Klassenfahrt und Kaffeefahrt

Das siebte Mal #OMR…

…das erste Mal mit größerer TLGG-Delegation. Da sind wir halt eher Late Adopter, da sind wir halt eher re:publica. Außerdem: Hamburg im März. Natürlich regnete es, als wir am Donnerstagmorgen ankamen.

Bis hierhin lief bei uns mal alles wie geplant und keiner kam zu spät. Doch wie immer, wenn alle pünktlich sind: Serverausfall, Ticketingausfall, Warteschlange im Regen. Immerhin: Nur 45 Minuten Wartezeit. Und trotz allem gut sitzende Frisuren.

Der Wahnsinn begann eigentlich ganz entspannt. Und als Entschädigung für das Versagen am Eingang gaben die Veranstalter einen aus: bargeldloses Bezahlen im Wortsinn, es gab alles for free. 1:0 für die Besucher. Und weil Menschen Menschen sind, war bald alles leer.

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Insgesamt und drumherum glich der Donnerstag eher einem Verkaufsmarathon mit angeschlossener Fashion Week: Sehen und gesehen werden, präsentieren und Kontakte knüpfen, meet and greet as usual. Nichtsdestotrotz konnte man sich immer wieder Wissenswertes rauspicken und Zusammenhänge nachvollziehen. So berichteten die ReachHero-Klienten Sharon David, Paola Maria und Diana zur Löwen über ihre Kooperation mit dm und die Interaktion mit ihrer Community. Und natürlich hatte Paola Maria auch gleich ihre eigene App Call of Beauty dabei: Kommunikation, Information, Interessenaustausch und Fanbindung. Modern branding warfare halt.

Andere Redner kamen beispielsweise aus den Führungsriegen von Otto, Aboutyou, KAVAJ und anderen – alles souverän präsentierte Best-Case-Präsen, die aber selten mehr als die Unternehmensseiten verrieten. Erkenntnisnugget hier: Die wachsende Attraktivität von Amazon als Exklusivvertrieb für ein Unternehmen wie KAVAJ: Vorteile in Ranking und SEO und die einfachen Vertriebsprozesse der Plattform waren nur eine kleine Auswahl der Gründe, die für KAVAJ für Amazon-only sprechen.

Das Highlight an diesem Tag war sicherlich das kurze Interview mit Video-Ikone Casey Neistat, der nebenbei David Dobrik für sein gelungenes Storytelling lobte. Dobrik ist erst seit Dezember 2014 dabei, hat innerhalb von zwei Jahren 636.241.818 YouTube-Aufrufe generieren können und ist damit zur Influencer-Blaupause geworden: Mach es wie David, sei individuell!

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Drumherum Entertainment via Flugsimulator, Kaffee via Chatbot, ein Audi-Stand, ein sprechender Roboter, zahllose Werbegeschenke, ein Bild-Aktmodell und die erwähnte kostenlose Verpflegung. Overload statt Storytelling. Messe halt.

Abends dann Team- und Alumnibuilding mit an Hamburg verlorenen TLGG-Ehemaligen. Ein paar unsichere Stunden mit maximalem Social-Bonding-Level. Wir haben die Stadt dann aber doch nicht ganz abgerissen, wir hatten ja noch Tickets für den nächsten Tag.

Freitag: Conference Day. Und endlich die OMR, die wir erwartet hatten

Gute Namen, gute Vorträge, gutes Programm. So hatten wir uns das im Grunde vorgestellt: Lehrreich und unterhaltsam zwischen Grundlagen und echten Erkenntnissen pendelnd.

Gary Vaynerchuk rantete sich durch eine „Less Talk, More Action“-Empowerment-Rede fürs Onlinemarketing, warnte vor dem Ende des aktuellen Netzbooms und hob die Wichtigkeit individueller Direct Messages für den erfolgreichen Social-Media-Auftritt hervor.

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Philipp von Borries machte sich stark für Frauen in Unternehmen. Zwei Insights: Bei Refinery29 sind 75% der Belegschaft weiblich und 85% des Traffics stammen aus Social Media.

Rolf Schrömgens von Trivago berichtete von Marketingideen, die aus Egogründen geschaffen wurden und dadurch zum Scheitern verdammt waren, und lobte sein Unternehmen für seine Inhouse-Datensammlung, die Daten nicht ganz so detailreich und verspielt wie etwa Google Analytics erhebt, aber dafür sicher und passgenau liefert.

Tamara Lohan, CTO und Co-Founder von Mr & Mrs Smith, gab Insights in ihr exquisites Hotelbusiness. So erzählte sie etwa, wie eigene Events und Awards die Auswahl und Bewertung ihrer Anbieter unterstützen und Kunden, Anbieter, Klienten und Angestellte vernetzen.

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Das große Highlight: Cambridge Analytica und das Kochen mit Wasser

Egal, ob man sie für die großen Präsidentenmacher oder für den nackten Kaiser hielt: Alle waren gespannt auf den Vortrag von CA-CEO Alexander Nix. Er erklärte das OCEAN-Modell des Unternehmens, das Nutzer nach demografischen und individuell-psychologischen Insight sortiert – Informationen, die unter anderem aus trickreichen und mit Sicherheit nicht allzu transparenten Facebook-Spielen gewonnen werden. Nun gibt es zu CA schon einige aufschlussreiche „Der Kaiser ist nackt“-Artikel und vor allem viel widersprüchliche eigene Kommunikation des Unternehmens. Deshalb gehörte Nix’ Aussage, dass für ihn die Professionalität im Vordergrund stünde, nicht Partisanship, auch zu den spannendsten Elementen. Was wohl Vorstandmitglied Steve Bannon dazu sagt?

Daraufhin erschien noch einmal Casey Neistat mit einem Mantra: Content Creation! Individualität! Macht, worauf ihr Bock habt! Grenzen sind dazu da, durchbrochen zu werden! Super Typ, super Botschaft, super Tag.

Dann kamen die fantastischen Vier.